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Ein klangvoller Abend
Trossingen. Ein glückliches Publikum durfte am Samstagabend im restlos ausverkauften Dr.-Ernst〜Hohner-Konzerthaus schlichtweg alles genießen, was Akkordeon und Mundharmonika zu bieten haben, genial ergänzt durch Schlagzeug, Rhythmus und Keyboard. Hans-Günther Kölz präsentierte wieder einmal eine Uraufführung, die unverkennbar seine lebensfrohe Handschrift trägt.
Er arrangierte für dieses Programm Welthits, die per neuester CD zum ständigen Begleiter werden können, griff zum Akkordeon, spielte Melodica, animierte das freudig reagierende Publikum zum Fingerschnippen und Klatschen und dirigierte „so ganz nebenbei“ sein Orchester. Alles schien mühelos, ließ vergessen, wie viel intensive Arbeit diesem klang- und glanzvollen Abend vorausging.
Eine anspruchsvolle, sehr einfühlsame Lichttechnik zauberte Farbspiele, wie sie nicht schöner hätten sein können. Frank Golischewski führte in gewohnt charmant-amüsanter Weise durch den Abend. Mit „Wintergames“, von David Foster für die Winterolympiade 1988 in Calgary geschrieben, stimmte das Orchester mit heißen Rhythmen auf die kalte Jahreszeit ein. Ein Hauch von Venedig klang durch „Palladio“. Getragen und im rechten Maß gefühlvoll beschrieb Solistin Bianca Raith „Gabriels Oboe“. Nach „Silence and I“ galt die ganze Aufmerksamkeit Brigitte Burgbacher. Zu ihrem Geburtstag schrieb Hans-Günther Kölz „Variations“. In dieses B-Dur/H-Moll-Werk habe er auch Buchstaben ihres Namens einfließen lassen, erzählte der Komponist, bevor Brigitte Burgbacher als Solistin das Publikum an dieser heiter geprägten, temperamentvoll-spritzigen Zuwendung teilhaben ließ.
Die romantische Rock-Ballade von Jimmy Webb führte direkt zu Mc Arthur Park. „You raise me up“ von Rolf Lovland arrangierte Bernd Glück, der ebenfalls dieses Konzert in vollen Zügen genoss. Romantisch und träumerisch, fast feierlich, klang dieses Solo mit Birgit Käfer, während die Lichtorgel einen flirrenden Sternenhimmel in den Konzertsaal zauberte. Der dramatische „Fluch der Karibik“ führte direkt in die Pause.
An Michael Jackson erinnerte Kathrin Gass mit Smooth Criminal, das gesamte Orchester folgte mit enormer Spielfreude der „Route 66“. Hans-Günther Kölz schlüpfte in die Rolle des „Accordion Joe“, sodass Frank Golischewski einfach singen musste. Untrennbar mit dem Orchester Hohnerklang ist das Ensemble Harmonicamento verbunden, dessen Auftritte stets mit Begeisterungsstürmen belohnt werden.
Mit dem Komödiantengalopp fegten Gerhard Müller, Kathrin Gass, Brigitte Burgbacher und Birgit Käfer in rasanter Jagd über die Bühne. Zurecht stellte Frank Golischewski fest, dieses Orchester sei eine Wucht und mit ganz wunderbaren Solisten gesegnet. Dass diese tolle Stimmung im Konzertsaal noch eine Steigerung ertrug, bewiesen die Solisten Christian Möller und Mario Nortmann mit tragbarem Keyboard und Akkordeon. Für sie arrangierte Hans-Günther Kölz „Dylic“. Wolfgang Russ-Plötz arrangierte sehr gekonnt „Udo Jürgens in Concert“. So nahm das Orchester Hohnerklang das Publikum mit auf eine Zeitreise, als mit 17 Jahr noch blondes Haar wehte, versicherten, mit 66 fängt das Leben an, auch wenn man noch niemals in New York war, so sei doch alles „Sahne“ und Grund genug für ein dankbares „Merci“.











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