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Blutuntersuchungen an der Waldorfschule
Schwenningen. Am heutigen Donnerstag lassen sich die Lehrer eine kleine Ampulle Blut abzapfen. In einem Labor wird die Probe dann untersucht und dokumentiert. Teilnehmen können auch die Schüler – wenn sie über 18 Jahre alt sind oder eine von den Eltern unterschriebene Erlaubnis mitbringen.
Was soll das Ganze? Die Waldorfschule will mit dieser groß angelegten Untersuchung nach Angaben von Kerstin Remsperger die „gesundheitlichen Risiken, die ja bestehen“ aufzeigen. „Wenn wir den Mast schon nicht verhindern können, wollen wir wenigstens wach rütteln“, sagt Remsperger. So ist beabsichtigt, dass ein Jahr nach der Errichtung des Mobilfunkmastes die Lehrer und die Schüler erneut Blut zur Untersuchung abgezapft wird. So können dann eventuelle Veränderungen des gesundheitlichen Zustandes festgestellt werden.
Die Pressesprecherin der Schwenninger Rudolf-Steiner-Schule machte gestern im Gespräch mit der NECKAR〜QUELLE einmal mehr deutlich, dass man sich nicht mit der Errichtung des Mobilfunkmastes abfinden will. Inzwischen hat die Schule in ihrem Kampf gegen die Antenne eine Petition beim Landtag eingereicht. Die wurde wohl inzwischen an das Regierungspräsidium weitergeleitet.
Nach Auffassung der Steinerschule wäre es auch nicht besser, wenn der Mast statt hinten im Wald auf dem Hochhaus Schluchseestraße 45 gebaut würde. „Beide Standorte sind nichts für so sensible Einrichtungen wie unsere Schule, den Kindergarten und die Lebenshilfe“, sagt Kerstin Remsperger.
Inzwischen haben die Eigentümer im Hochhaus die Voraussetzungen geschaffen, dass der Mobilfunkbetreiber O2 seinen Funkmast auf dem Gebäude errichten könnte. Bei einer Versammlung haben sich die Hauseigentümer mit einer Zweidrittelmehrheit für die Antennenanlage ausgesprochen. „Aber wir haben nicht aus Überzeugung dafür gestimmt“, sagt Haydar Dogan, der Vorsitzende des Verwaltungsrates. Vielmehr habe man sich zu dieser Entscheidung durchgerungen, „weil der Platz im Wald schlechter wäre“.
Inzwischen ist aber nicht mehr sicher, ob die Mobilfunkfirma O2 überhaupt noch auf das Hochhaus will. Nach dem Aufschrei gegen den Standort im Wald hinter der Waldorfschule, konnte sich der Mobilfunkbetreiber zunächst das Hochhaus als Alternative vorstellen. Doch als vor den Sommerferien die Hauseigentümer zunächst dagegen stimmten, verloren die Mobilfunkbetreiber die Lust daran und packten den ursprünglichen Plan für den Waldstandort wieder auf den Tisch.
Die städtische Wohnungsbaugesellschaft WBAG, die Eigentümerin eines großen Teils der Wohnungen im Hochhaus ist, ist nicht glücklich, dass es so gelaufen ist. Doch das Argument, dass der Dachstandort für die Bewohner die beste Alternative ist, hat bei der ersten Abstimmung nicht gefruchtet. Auch Hausverwalter Konstantin Kersting hält diesen Standort für die beste Lösung. Denn mit der Antenne auf dem Dach wäre die Strahlung im Haus selbst viel geringer, als drumherum.
| 28.10.2009 |
Werner Kiel |
Wer zuspät kommt, straft das Leben... |











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