Handyantenne aufs Hochhaus?
Diese Variante brachte in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend jedenfalls Baubürgermeister Rolf Fußhoeller ins Spiel. Zur Erinnerung: Bisher ist geplant, einen Funkmast direkt hinter der Waldorfschule im Wald aufzustellen. Damit soll die Antenne nicht so gut sichtbar sein. Bei den bisherigen Diskussionen haben Vertreter der Waldorfschule massive Bedenken geäußert, weil eine Handyantenne schlecht fürs Erscheinungsbild der Schule sei. Bürgermeister Fußhoeller versuchte jetzt, die unterschiedlichen Standpunkte gegeneinander abzuwägen. „Wir sollten die optische Sichtbarkeit nicht in den Vordergrund rücken“, sagte Fußhoeller. Vielmehr müsse eine möglichst geringe Strahlenbelastung das Ziel sein. Dem Mobilfunkunternehmen O² sei der Standort auf dem Hochhaus auch lieber, meinte Fußhoeller. Seiner Ansicht nach hätte dies auch den Vorteil, dass durch den höher gelegenen Standort die Lebenshilfe und die Waldorfschule viel weniger gefährdet seien. Jetzt hängt es davon ab, ob die Eigentümergemeinschaft im Hochhaus zustimmt. Fußhoeller macht auch noch mal deutlich, dass die Mobilfunkfirmen für Masten unter einer Höhe von zehn Metern gar keine Baugenehmigung brauchen, die Stadt folglich auch keine Möglichkeit habe, solche Anlagen rechtlich zu verhindern. Trotz der rechtlich eindeutigen Lage löste dieses Thema im Gemeinderat erneut eine heftige Debatte aus. Eine starke Abordnung von Schülern, Eltern und Lehrern der Waldorfschule bildete auf den Zuhörerplätzen dazu die Kulisse. Seit der letzten Sitzung zu diesem Thema haben sich einige Gemeinderäte offensichtlich intensiv mit dem Mobilfunk beschäftigt. So waren Jürgen Schnekenburger (FDP), Ernst Reiser (Freie Wähler) und weitere Stadträte vor kurzem in der Waldorfschule bei einem Vortrag einer Anwältin, die sich auf die Verhinderung von Mobilfunkanlagen spezialisiert hat. Die beiden Stadträte waren so beeindruckt, dass sie jetzt ein rechtliches Gutachten von der Juristin fordern. „Solange sollten wir den Bauantrag hinausschieben“, sagte FDP-Stadtrat Schnekenburger. Andere Stadträte witterten bei diesen Vorstößen „Populismus“, wie sich beispielsweise Ingrid Riebl von der SPD ausdrückte. Denn man habe bisher mit dem Mobilfunkbeirat in Villingen-Schwenningen sehr gute Erfahrungen gemacht. Damit sei man viel weiter gekommen, als andere Städte im Land. Sogar die Bundesregierung habe sich schon für dieses Erfolgsmodell interessiert. In diese Kerbe schlug auch Eva Huenges (Grüne). Sie habe sich sehr geärger〜t bei diesem Vortrag: „Die Anwältin nimmt einfach nicht zur Kenntnis, wie unser Mobilfunkbeirat arbeitet.“ Das bisherige System habe sich als erfolgreich erwiesen, weil man auf die Standorte der Antennen so Einfluss habe. Damit komme man besser voran, als mit einer „Verhinderungsstrategie“, die sowieso nicht funktioniere. In der Bürgerfragestunde richtete der Lehrer Gerhard Maag einen eindringlichen Appell an die Gemeinderäte: „Wir haben ganz große Sorgen.“ Denn die zitierten Gutachten würden nur den gesundheitlichen Einfluss auf Erwachsene untersuchen, nicht aber den auf Kinder und Jugendliche. Maag forderte die Stadträte auf, die Anlage zu verhindern: „Wir wollen diesen Strahlen nicht ausgesetzt sein.“ Zumal der Empfang für Handys im ganzen Gebiet rund um die Schule bisher schon ausreichend sei.
Am Freitag kommt OB Kubon zu einem weiteren Gespräch in die Waldorfschule. Ziel ist eine gute Lösung. Kubon machte aber auch deutlich, dass die Stadt rechtlich keine Verhinderungsmöglichkeiten hat.⋌bm









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